STOCKACH- HINDELWANGEN
09. Oktober 2019, 12:33 Uhr

In Hindelwangen legt eine Pfadfinder-Gruppe los

Bei den neuen Nellenburg-Pfadfindern wollen Kinder und Jugendliche gemeinsam Zeit in der Natur verbringen. Derzeit möbeln sie die Hindelwanger Waldhütte auf: Sie soll ihr Domizil werden.

Die neue Pfadfindergruppe macht die Hindelwanger Waldhütte wieder fit. Sie soll den Kindern und Jugendlichen als Domizil dienen. | Bild: Nellenburg-Pfadfinder

Regen und Kälte? Kein Problem für echte Pfadfinder. Deshalb helfen auch alle Kinder der kürzlich gegründeten Nellenburg-Pfadfinder und ihre Eltern, die Hindelwanger Waldhütte auf Vordermann zu bringen und von außen zu streichen. Unter der Leitung von Stefan Muffler, der in Personalunion auch der neue Hüttenwart ist, treffen sich die Pfadfinder jetzt immer 14-tägig am Freitagnachmittag zu ihren Gruppenstunden in der Hütte. Und das in einer Zeit, in der Jugendliche im Ruf stehen, sich nur noch schwer für das Ehrenamt begeistern zu lassen. Für Stefan Muffler geht mit dieser Arbeit ein Kindheitstraum in Erfüllung. Er sei früher bei der Jugendfeuerwehr und der Kolpingfamilie gewesen, doch etwas habe ihm immer gefehlt. Die Pfadfinderei passe zu ihm. Sie beinhalte Wald- und Fährtenkunde, bedeute Abenteuer. Er erzählt: „Unsere Aktionen sind extrem vielfältig. Einmal im Monat wollen wir samstags den ganzen Tag zusammen verbringen. Wir werden zelten, wandern, Kanu fahren, klettern, singen, spielen oder ins Freibad gehen.

Gruppenleiter Stefan Muffler startet mit 16 jungen Pfadfindern

Das Miteinander steht im Mittelpunkt

Er wolle den Kindern zeigen, wie man auch ohne digitale Unterstützung, dafür aber mit Hilfe von Kompass und Landkarte, sein Ziel erreiche. In der Gruppe werde das Miteinander gestärkt, das doch die Grundlage für ein gutes Zusammenleben sei, so Muffler. Er freue sich über das große Interesse der Kinder und Jugendlichen und heiße jeden willkommen, der Teil des konfessionsfreien Pfadfinderstammes werden möchte. Aktuell hat er 16 Kinder ab fünf Jahren in zwei Gruppen. Ältere Pfadfinder helfen den jüngeren, das ist eine der Regeln. „Unser Ziel sind drei Gruppen, aber bei 25 Kindern müssen wir einen Aufnahmestopp machen, weil uns noch Gruppenführer fehlen.“ Wer Interesse an der Mitarbeit habe, dürfe sich gerne melden.

Lotta und Franziska sind mit großer Freude dabei, als die Hindelwanger Waldhütte gestrichen wird. Hier findet jeden zweiten Freitag die Gruppenstunde der Pfadfinder statt. | Bild: Nellenburg-Pfadfinder

Das Miteinander steht im Mittelpunkt

Die Pläne von Stefan Muffler und Sigi Blazekovic hätten sicher gereicht, um den Hindelwanger Ortschaftsrat zur Überlassung der Hütte zu bewegen. Doch diese Überzeugungsarbeit war gar nicht nötig. Ortsvorsteher Wolf-Dieter Karle war aus mehreren Gründen gleich angetan von der neuen Pfadfindergruppe. Er sagt: „Der Ortschaftsrat unterstützt diese Form der Jugendarbeit sehr gerne, zumal die Hütte durch die regelmäßige Nutzung auch besser unter Kontrolle steht.“ Und er verrät, dass er selbst von 1959 bis 1968 bei der KJG (Katholische Jungmänner-Gemeinschaft) der Pfarrei St. Cyriak in Freiburg Mitglied war, „eine pfadfindergleiche Gruppierung, welche sich ähnlichen Idealen wie die Pfadfinder verpflichtet sah.“ Als älterer Jugendlicher habe er für Jüngere die Verantwortung übernommen, als sie mit Fahrrädern mehrtägige Touren unternahmen oder mit Faltbooten auf Donau und Isère unterwegs waren. Es sei für ihn eine sehr schöne und lehrreiche Zeit gewesen, die neben persönlichen Erfahrungen viele Erinnerungen gebracht habe.

Abenteuer mit Freunden

Mit diesen Argumenten werben Pfadfinder dafür, bei ihnen mitzumachen:

Abenteuer: Erlerntes Wissen wird gleich praktisch angewendet.

Freundschaft: Man verbringt viel Zeit mit seinen Freunden und lernt neue Menschen kennen.

Internationalität: Fast überall auf der Welt gibt es Pfadfindergruppen. Man kann andere Kulturen kennenlernen und gemeinsame Fahrten unternehmen.

Dinge selbst ausprobieren: Hier lernen Kinder und Jugendliche vieles, was in der Schule nicht gelehrt wird.

Das Miteinander in der Gruppe steht im Vordergrund.

Von Claudia Ladwig,  SÜDKURIER

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